Zahnfleischerkrankungen: Von Gingivitis zu Parodontitis
Parodontalerkrankungen (Zahnfleischerkrankungen) gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und betreffen etwa 50 % der Erwachsenen in irgendeiner Form. Sie existieren auf einem Spektrum: Gingivitis (reversible Entzündung des Zahnfleisches durch Plaqueanlagerung) auf der einen Seite und fortgeschrittene Parodontitis (irreversible Zerstörung des Knochen- und Bandapparates rund um die Zähne) auf der anderen.
Gingivitis zeigt sich als gerötetes, geschwollenes und blutendes Zahnfleisch — Symptome, die viele Patienten fälschlicherweise als normal abtun. Ohne Behandlung schreitet die Gingivitis bei anfälligen Personen zur Parodontitis fort. Parodontitis beinhaltet die Bildung tiefer Zahnfleischtaschen, fortschreitenden Knochenschwund, Zahnlockerung und schließlich Zahnverlust.
Jenseits der Mundhöhle ist Parodontitis wissenschaftlich mit systemischen Erkrankungen assoziiert: Es bestehen gut dokumentierte Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes (bidirektionale Beziehung), Frühgeburten, Atemwegserkrankungen und rheumatoider Arthritis. Eine effektive Behandlung der Parodontalerkrankung kann systemische Gesundheitsparameter verbessern und macht die Parodontalversorgung zu einem Eckpfeiler des allgemeinen Gesundheitsmanagements.


